Arbeit für Ruhm und Ehre

Artikel veröffentlicht am 20. Dezember 2006
Artikel veröffentlicht am 20. Dezember 2006

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Am 5. Dezember wird der internationale Tag des Ehrenamts gefeiert. Inzwischen gibt es Verbände, die den Austausch von Freiwilligen in ganz Europa organisieren.

Wer ehrenamtlich arbeitet, der tut das nicht wegen des Geldes. Man tut anderen Gutes, und dem allgemeinen Interesse natürlich auch. Forscher haben herausgefunden, dass man vor allem zwischen 35 und 55 Jahren bereit ist, ehrenamtlich zu arbeiten. Aber der niedrigste Prozentsatz junger Freiwilliger findet sich in den so genannten “jungen Demokratien” Mittel- und Osteuropas und in Griechenland und Portugal.

Darek Pietrowski, seineszeichens Direktor des Warschauer Freiwilligen-Zentrums, erklärt, dass in postkommunistischen Ländern das Ehrenamt “negativ bewertet” werde. Man verbände damit vor allem obligatorische, kollektive Arbeit.

Persönlichkeit zählt

Freiwilligen-Zentren sind Einrichtungen, die sich auf das Erheben von Daten spezialisiert haben. Sie sind ein Martplatz, auf dem sich Nachfrage und Angebot, Organisationen und Freiwillige treffen. Dabei zählt vor allem die Persönlichkeit.

Freiwillige können sich dem Stellenprofil anpassen, je nach Erwartungen und Anforderungen. Da es in vielen Ländern keine Regelungen für ehrenamtliche Tätigkeiten gibt, profitieren Freiwillige nur selten von Sozialversicherung.

Die meisten Ländern führen ehrenamtliche Tätigkeiten nicht einmal in ihren Statistiken. Aber selbst wenn diese die bezahlte Arbeit nicht ersetzen sollten, so stützen sie doch mehr und mehr die Volkswirtschaft.

In Großbritannien macht die Arbeit von Freiwilligen fast acht Prozent des Bruttoinlandsproduktes aus. In Polen sind es 124 Millionen Euro. Und in Frankreich ersetzten sie allein im Jahr 2002 über 716 000 Vollzeitstellen.

Erfahrung fürs Leben

Vor allem internationale Volontärsstellen sind beliebt. Das Jugend-Programm der Europäischen Union motiviert junge Leute, sich in Projekten im Ausland zu engagieren. Die Vorteile liegen auf der Hand: Man lernt eine andere Kultur und eine andere Sprache kennen.

Erfahrungen, die das Leben ändern können. Die Polin Monika hat ein Jahr in Frankreich verbracht. “Das Ehrenamt hat mich mutiger gemacht”, sagt sie und lächelt. “Ich schaue nun ganz anders auf meine ‘Probleme’ von früher’”.

In Europa gibt es verschiedene Freiwilligen-Programme. Ein Beispiel ist das Europäische Freiwilligen-Zentrum CEV. “Unsere Organisation vereint 43 regionale und nationale Freiwilligenverbände” erklärt der Direktor Markus Held.

“Im März dieses Jahres haben wir ein Frewilligen-Manifest in Europa verabschiedet, das sich an die Politiker des Kontinents richtet und konkrete Maßnahmen zum Ausbau ehrenamtlicher Tätigkeiten in Europa vorschlägt.”

Früher hat man das Ehrenamt vor allem mit Wohlfahrt in Verbindung gebracht. Doch inzwischen gibt es viele Organisationen, die in anderen Bereichen tätig sind und ebenfalls von ehrenamtlicher Tätigkeit leben – Greenpeace, Amnesty International oder die Olympischen Spiele.

Freiwillige Dienstleistungen sind eine Antwort auf die Globalisierung. Die Menschen engagieren sich in AIDS-Kampagnen, kämpfen gegen Umweltzerstörung und arbeiten in humanitären Einrichtungen.

Doch es gibt auch Firmen und NGOs, die Freiwillige als billige Arbeitskräfte missbrauchen. Viele akzeptieren dies unbewusst, weil sie hoffen, berufliche Erfahrung sammeln zu können. Doch das sollte man nicht mit wahrer ehrenamtlicher Tätigkeit verwechseln.