Aphrodisiaka: Vom Tisch... ins Bett

Artikel veröffentlicht am 31. Juli 2009
Artikel veröffentlicht am 31. Juli 2009
Es ist nicht nur billiger, sondern auch etwas ganz Besonderes, jemanden zu sich nach Hause zum Essen einzuladen. Dafür muss man nur ein bisschen aufräumen, gute Musik auflegen und sich etwas Exquisites ausdenken, um den Gaumen des Gastes zu erobern: Erotik hängt schließlich von allen Sinnen ab.

Schon in der Antike schrieb man einigen Lebensmitteln eine aphrodisierende Wirkung zu. Das Wort Aphrodisiakum verweist nicht umsonst auf den Namen der griechischen Göttin der Liebe. Aphrodite wiederum ist nach dem altgriechischen Wort aphros (auf Deutsch „Schaum“), benannt: Nachdem Kronos, der antike Gott der Zeit, seinen Vater Uranus kastriert hatte, warf er dessen Hoden ins Meer. Ein seltsamer Schaum entstand, aus dem schließlich Aphrodite geboren wurde.

Manches Aphrodisiakum ist allerdings ziemlich schwer zu bekommen: Ein Rhinozeros kann 45 Minuten lang kopulieren - das Pulver seines Horns ist daher praktisch nicht erhältlich. Auch der Tigerpenis wird in vielen Kulturen als aphrodisierendes Mittel eingestuft. Doch ist das wirklich nötig, das Aussterben mancher Tierarten für die eigene Luststeigerung in Kauf zu nehmen? Glücklicherweise enthalten auch Sellerie, Himbeeren, Ginseng, Pistazien, Trüffel, Spargel, Zimt, Knoblauch, Chili und Paprika potenz- und luststeigernde Substanzen.

Miesmuscheln mit Erdbeersahne

(vieuxbandit/n^o^o^r^/flickr)

Besonders Meeresfrüchte und Schnecken sind als Aphrodisiaka bekannt, denn sie enthalten viel Zink, das die Hormonausschüttung anregt. Austern, Miesmuscheln, Langusten und Krebsfleisch zum Abendessen sind daher, auch wenn sie auf dem Markt vielleicht etwas teurer sind, die richtige Wahl. Eine Investition, die sich lohnt!

Doch jetzt zum Nachtisch, für den es einige berühmte Rezepte gibt, denen ein besonders hoher Wirkungsgrad nachgesagt wird: Schon in der Antike galten Trauben als Aphrodisiakum und in Griechenland sagt man noch heute, junge Paare sollten zur Anregung möglichst viel Joghurt mit Honig essen. Ein Klassiker sind auch Erdbeeren mit Schlagsahne, da sie die endokrinen Drüsen und das Nervensystem direkt stimulieren.

Denkt man an Erotik, kommt einem sofort Schokolade in den Sinn. Sie enthält die Aminosäure Tryptophan, die zur Potenzsteigerung beitragen soll. Schenkt man der Legende glauben, trank der Aztekenkönig Montezuma II täglich 50 Tassen Schokolade, um seinem großen Harem gewachsen zu sein. Da wir aber heute meist nur eine Person befriedigen und ja außerdem eine einigermaßen gute Figur behalten wollen, empfiehlt es sich, die Dosis zu reduzieren. Schließlich hat schon der amerikanische Dichter Ogden Nash festgestellt: Candy is dandy, but liquor is quicker.

Ein klassisches Aphrodisiakum: Gratinierte Austern

Zutaten:

• 12 Austern

• 200 g Butter

• 1 Prise Knoblauchpulver

• einige Stängel Petersilie

• 1 Zitrone

• 4 gehäufte Esslöffel Semmelbrösel

• 4 gehäufte Esslöffel Reibekäse

Zubereitung:

(isidro2007/flickr)Austern in eine Auflaufform legen. Butter, Knoblauch, Zitrone und geschnittene Petersilie in einer Schüssel vermischen und über die Austern verteilen. Dann Brösel und Käse darüber streuen und im Backofen bei mittlerer Hitze einige Minuten gratinieren, bis sie die Kruste goldbraun ist.

Und im Anschluss...

„Liebling, ich möchte etwas ganz Besonderes für dich machen! Heute koche ich," verspricht Herbert.

Petra, die gerade erst aufgestanden ist und sich nun anzieht, um zur Arbeit zu gehen, denkt nur: „Komisch, was heckt er nun schon wieder aus? Er kocht doch gar nicht gerne! Erst neulich mixte er mir Cocktails aus allen Ecken Europas und jetzt das.“

21 Uhr, bei Petra und Herbert zu Hause:

Herbert ruft nach Petra, die noch ein wenig Schminke aufträgt.

„Das Essen ist fertig!“

„Mensch, gratinierte Austern! Toll! Sind die nicht eigentlich als Aphrodisiakum bekannt...?“

Herbert unterbricht sie: „Ach, das sagt man doch nur so. Ich habe sie im Angebot gesehen und spontan beschlossen, sie zu kaufen.“

Petra und Herbert essen und reden den ganzen Abend. Zum Nachtisch gibt es Erdbeeren mit Schlagsahne.

Kaum ist Petra mit dem Essen fertig, streift sie um den Tisch. Verschämt fragt sie Herbert: „Gehen wir ins Schlafzimmer?“

Als Herbert ihr folgt, denkt er: „Danke, Cafebabel!"