Ana Colovic Lesoska: Mit Plüschluchsen gegen den Klimawandel

Artikel veröffentlicht am 15. Dezember 2015
Artikel veröffentlicht am 15. Dezember 2015

Wie kann man am besten gegen den Klimawandel kämpfen? Mit einer Armee aus Plüschluchsen und zwei riesigen aufblasbaren Lungenflügeln, meint Ana Colovic Lesoska. Sie leitet Eco-Sense, eine Organisation, die sich für nachhaltige Umweltpolitik einsetzt. Von ihrem Hauptsitz in Skopje, Mazedonien, startet Ana die ein oder andere kreative Aktion.

Schon von Kindesbeinen an liebt und schützt Ana Colovic Lesoska die Natur und die Wildnis. „Dass ich mich für die Umwelt einsetze, ist also ganz natürlich“, erklärt sie. „Mein Engagement entspricht meinen Idealen wie Respekt, Ehrlichkeit und Gerechtigkeit.“

In Mazedonien gibt es nicht viele, die sich so sehr wie Ana für das Klima einsetzen. Die Denkansätze seien „in den 60er Jahren stecken geblieben“, findet sie. Auch wenn die Probleme größer werden, hält sich das Interesse für Umweltthemen weitestgehend in Grenzen. „Die Regierungsmitglieder verfolgen nur ihre eigenen Interessen. Business as usual eben. Genau deswegen müssen wir handeln und den Politkern auf die Füße treten…“. 

Die Landwirtschaft, die in der ländlichen Raumentwicklung Mazedoniens eine entscheidende Rolle spielt, leidet besonders unter den Folgen des Klimawandels. Eine Abkehr von fossilen Brennstoffen ist jedoch nicht in Sicht. Aus dem Fahrplan für die COP21 geht hervor, dass Mazedonien an Braunkohle als Energielieferant festhalten wird.

Und genau hier setzt Eco-Sense an. Es führt Forschungsarbeiten durch, die „die verschiedenen Arten der Umweltbelastung in Mazedonien beleuchten und Alternativen aufzeigen sollen“. Der Schlüssel heißt Kommunikation. Ana will die Bevölkerung für den Klimaschutz sensibilisieren.

„Im Jahr 2002 habe ich Eco-Sense gegründet. Ich wollte anderen Leuten damit die Wichtigkeit des täglichen Umweltschutzes begreiflich machen.“, beschreibt Ana. Ihre Organisation ist in mehreren Bereichen aktiv: im Energiesektor,  bei Anti-Kohle-Kampagnen und im Kampf gegen die Nutzung von Wasserkraft in Naturschutzgebieten.

 „Wir machen Werbung für nachhaltige Projekte, die in Europa umgesetzt werden, aber viele sind der Meinung, dass solche Initiativen in Mazedonien niemals Anklang finden würden“!, erklärt Ana. Eco-Sense lässt sich jedoch nicht entmutigen. In der mazedonischen Hauptstadt Skopje hat Eco-Sense, das System der Leihräder eingeführt. Mit sogenannten „Trauermärschen“, bestehend aus zwei riesigen aufblasbaren Lungenflügeln, demonstrieren Ana und ihr Team in einigen Gemeinden für saubere Energien.

Wenn man Ana auf die COP21 anspricht, antwortet sie mit gemischten Gefühlen: „Wenn ich sehe, wie wenig sich meine Regierung für die Reduzierung von CO2 Emissionen einsetzt, hält sich mein Optimismus in Grenzen.“, sagt sie. Das internationale Engagement macht ihr dennoch Hoffnung: „Wenn man bedenkt, dass es kein Land mehr gibt, das den Klimawandel abstreitet, dann macht das Mut. Auch wenn wir nicht alles erreichen, was wir uns erhoffen, ist die COP21 ein Anfang, um unseren Zielen näher zu kommen.“

Eine junge Generation, die uns hoffen lässt? In Hinblick auf junge Umweltbewegungen und der kürzlich stattgefundenen COY11 haben wir Ana gefragt, wie man heranwachsende Menschen zum Wandel bewegen kann: „Ich hatte lange Zeit keine Antwort auf diese Frage bis ich selbst Kinder bekommen habe!“, erwidert sie. „Ich habe Ihnen beigebracht, respektvoll mit dem Essen, der Natur und der Umwelt umzugehen… Wenn Kinder begreifen, dass ihre Handlungen Einfluss auf die Umwelt haben, können sie ihr Verhalten ändern. Im Moment braucht die Welt genau das!“

---

Dieses Porträt ist Teil unseres cafébabel-Projekts #21faces im Rahmen der Weltklimakonferenz COP21 in Paris.