Alles Wwoof oder was?

Artikel veröffentlicht am 10. August 2009
Artikel veröffentlicht am 10. August 2009
Sie reparieren Traktoren in Polen oder stellen in Chile Ziegenkäse her. Sie ernten Kohlköpfe in Brüssel oder Oliven in Spanien, bauen Holzdächer und installieren wasserlose Toiletten in Finnland und hüten zu Pferd eine Herde von Kühen in Bolivien. Aber die Wwoofer können auch noch einiges mehr!

Beim Wwoofing ist für jeden Geschmack etwas dabei. Die Freiwilligen zeichnet meistens eine sehr spezielle wwoof-attitude aus: Wer sich für ökologische Landwirtschaft interessiert und umweltbewusst lebt, für den ist das Wwoofing wie gemacht. Denn alle Bauernhöfe des Netzwerkes produzieren unter Berücksichtigung der allgemeingültigen Öko-Anbauregeln. Eine Vorliebe für das Leben in einer offenen Gemeinschaft sowie Spaß an interkulturellen Begegnungen können nicht schaden, denn sie sind Garanten positiver Erfahrungen. Gleichzeitig ist beim Wwoofing nicht alles vorhersehbar: Es kann auch mal passieren, dass man unversehens in einer einsamen Gartenhütte landet, so einsam wie ein Bär in seiner Winterhöhle. Man sollte auch keine Angst vor Ameisen haben und eine Woche ohne Party und Ausgehen ohne Probleme überstehen. Um es kurz zu machen: Der Charme des ländlichen Lebens muss es einem angetan haben.

Dolce Vita in Chile und Argentinien?

Und das Wichtigste: Ihr müßt Lust darauf haben, freiwillig und ohne Bezahlung mitzuarbeiten. Zwar werden Unterkunft und Verpflegung von den Landwirten angeboten, ein Lohn für die Freiwilligen ist jedoch nicht vorgesehen. Die Arbeitsinhalte variieren stark: An einem See in Chile bestand meine Arbeit vor allem aus Nichtstun, unterbrochen von zehnminütigen Arbeitsphasen. Im Norden von Argentinien war achtstündiges Unkrautjäten der Normalfall – und das in der prallen Sonne.

Überall sind die Arbeitsverhältnisse anders. Jeder kann sich die Jobangebote mit dazugehörigem Arbeitsprofil im Internet ansehen, nachdem ein Mitgliedsbeitrag von rund 20 Euro gezahlt wurde. Einige Länder bieten eine eigene Liste von Bauernhöfen an, die am Projekt teilnehmen, andere sind auf unabhängigen Listen verzeichnet. Das Wort Wwoof kürzt übrigens eine englische Bezeichnung ab: Willing Workers on Organic Farms. Der Begriff worker stellt allerdings in manchen Ländern ein rechtliches Problem dar, daher taucht der Name auch in veränderter Form auf: World Wide Opportunities on Organic Farms.

Ein Abenteuer der besonderen Art

Wer Abenteuer mag, sollte dieses auf jeden Fall wagen. Von der Sonne gebräunt kehrt ihr mehrsprachig aus dem Ausland zurück und seid bestimmt muskulöser als vor der Abreise. Vielleicht habt ihr auch zum Zeitpunkt eurer Rückkehr die Nase gestrichen voll vom Landleben und wünscht euch, in ein Großstadt-Apartment zu ziehen. Oder ihr seid bereit, einen eigenen Bio-Bauernhof zu gründen, um andere Wwoofer bei euch empfangen zu können.