All you can Aperitif

Artikel veröffentlicht am 23. April 2009
Artikel veröffentlicht am 23. April 2009
Ein Pastis in Frankreich, ein kühles Kölsch oder eine Sangria in Kombination mit Tapas: Ein Blick auf diesen besonderen Augenblick, zu dem viele Europäer häufig nach Feierabend eine wohlverdiente Rast machen - der Aperitif.

„Was den Appetit anregt.“ So lautet im Wesentlichen die Definition des Aperitifs. In europäischen Ohren bedeutet dieses kleine Wort lateinischen Ursprungs allerdings viel mehr. Der Apéro vereint sowohl gastronomische als auch soziale Aspekte. Die spanischen „Tapas“ sind die iberische, perfektionierte Version dieser „Zwischendurch“-Kultur. Geschichtliche Aufzeichnungen besagen, dass König Alfonso X, genannt der Weise, diesen Brauch im 13. Jahrhundert einrichten ließ, der nun als typisch spanisch gilt. Der Monarch setzte durch, dass in den Gaststätten nicht nur Wein, sondern auch eine Kleinigkeit zu essen serviert würde, damit der Wein nicht so schnell zu Kopf steige.

Zu dieser Zeit legte man die Tapas auf die Gläser oder Getränkekrüge, um selbige damit zu verschließen (span.: tapar) und zu vermeiden, dass Insekten in das Getränk fielen. Daher stammt der Name einer heute so verbreitetn Snack-Kultur. Seitdem haben sich die Tapas allerdings weiterentwickelt: Es gibt patatas bravas (Kartoffeln mit scharfer Soße), ensaladilla rusa (russischer Salat), Oliven, Würstchen, um nur einige von den vielen Kleinigkeiten zu nennen, die in Spanien vor dem Mittag- und Abendessen gereicht werden. Diese Vielfältigkeit, und oft reichlich große Portionen, sorgen dafür, dass die beliebten Tapas nicht nur Vorspeise bleiben, sondern heute oft an die Stelle des Hauptgerichtes getreten sind.

Aperitif-Buffet in Italien

©ParaScubaSailor/flickrAuch in Italien ist der Aperitif ein heiliger Moment. Vor dem Mittagessen (ital.: pranzare) wird gewöhnlich nur ein alkoholisches Bittergetränk wie Cinzano, Aperol, Campari und Co. angeboten. L'aperitivo ist nichtsdestotrotz auch ein soziales Ereignis nach getaner Arbeit. Zwischen 18 Uhr 30 und 21 Uhr bietet der größte Teil der transalpinen Lokale seinen Gästen zu den alkoholischen Getränken ein großes und vielseitiges Buffet. Zum Beispiel kann man sich bei einem Cocktail zu einem Preis von 6 bis 9 Euro zusätzlich den Bauch mit Pasta, Risotto, Ravioli oder anderen Köstlichkeiten voll schlagen. Ambra erklärt: „In Mailand isst abends fast niemand zu Hause. Das ist unsere Art, nach 10 Stunden Arbeit auch ein bisschen Leben zu haben.“

Ein Prosit in Frankreich

In der französischen Version des apéro triumphieren Getränke über Speisen. Matilde Magnier beschreibt diesen Augenblick als einen „fast heiligen Moment“. Normalerweise, ergänzt die Pariserin, trinkt man Alkohol: Whiskey, Martini, Bier, Wein... Dazu kann man Trockenobst, Cocktailtomaten, Erdnüsse oder Pommes frites reichen. Bei diesem Ereignis finden sich Familie, Freunde und „die ganze Welt“ zusammen. Es ist „ein Geschenk, das man alle 24 Stunden wieder bekommt“, eine kleine Freude am Ende jedes Tages.

Rezept: Patatas bravas für 4 - 5 Personen

©AuE/flickr- Olivenöl (½ l)

- Tomatensoße (½ Becher)

- Mayonnaise (½ Becher)

- Senf (2 EL)

- Tabasco (je nach Geschmack)

- Salz

- Kartoffeln

Zubereitung:

Zunächst das Olivenöl in einer Pfanne erhitzen. Die Kartoffeln schälen, vierteln und in die Pfanne geben, solange das Öl noch lauwarm ist. Die Kartoffeln sollen langsam garen, damit gegen Ende die Temperatur erhöht werden kann und die Kartoffeln gold-braun werden. Das Öl abtropfen lassen und je nach Geschmack salzen.

Für die Soßen: In einer Schale die Tomatensauce, den Senf und Tabasco vermischen (dabei die Schärfe bedenken). In einem anderen Gefäß noch mehr Tabasco in die Mayonnaise rühren. (Die Schärfe macht die Kartoffeln „bravas“ - „wild“)

Die Kartoffeln zum Servieren auf einen Teller legen und die Soßen darüber verteilen, so, dass sie sich möglichst nicht vermischen.