Albrechthaus: Aus Liebe zur Kunst

Artikel veröffentlicht am 18. August 2014
Artikel veröffentlicht am 18. August 2014

Künstler und Musikliebhaber verwenden Zeit, Schweiß und Geld darauf, um das Haus zu renovieren, das einst Albert und Jan Albrecht gehörte. Dahinter steckt, dass Bratislava ein echter Ort für Musik fehlt. Manche denken anders darüber, aber nicht allen geht es dabei ums Geldverdienen. 

Bratislavas Altstadt sieht anderen europäischen Städten ähnlich: alte Gebäude wurden hier renoviert und überall sprießen Restaurants, Bars und kleine Geschäfte aus dem Boden. Inmitten dieser Formation findet sich eine verlassene Straße; sie ist die älteste der Stadt und heißt Kapitulská. Viele altersschwache Gebäude reihen sich hier aneinander, die Straße verströmt einen wundersamen Geruch. 

90 Prozent der Straße gehört zu der Kirche. Während der kommunistischen Epoche wurden diese Häuser nicht konserviert und ihrem Verfall überlassen. Ein wenig wurde hier durch private Investoren verbessert, aber hier muss noch viel gemacht werden“, erklärt Igor. Er ist für die Restaurierung des Hauses des Komponisten Jan Albrecht zuständig. Jan hat dort nicht nur gegessen und geschlafen, sondern auch Konzerte gespielt und unterrichtet. Außerdem hat er sich dort mit der den stadtbekannten Künstlern und Intellektuellen getroffen. Damit ist ein gesamtes Nervensystem heute in Ruinen. Archäologen arbeiten dort außerdem an Stätten, die auf die Zeit von 50 vor Christus zurückgehen.

Ich habe Igor gefragt, warum er sich an diesem Projekt beteiligen möchte. „Die Kirche hat geplant hier Apartments für Priester zu bauen. Es wurde Zeit zu handeln“, antwortete er mit einem Lächeln. „Wir wollen das Haus in einen Raum verwandeln, der Künstler, Konzerte und Ausstellungen beherbergt“, fügt er hinzu. Es gibt eine Menge Freiwillige, die sich jeden Tag um die Restauration kümmern, ohne dafür nur einen Cent zu bekommen. Ich bin immer mehr davon überzeugt, dass es sich hierbei um ein einzigartiges Projekt handelt. 

Niemand versucht mir dem Albrechthaus reich zu werden, aber trotzdem braucht es für das Projekt einen Haufen Geld. „Dieses Haus war über Jahre verlassen und in den Ecken ist viel Schimmel. Das Dach zum Beispiel wurde vollkommen zerstört und wir mussten es komplett erneuern. Das ist ein langer und teurer Prozess“, erklärt Igor. Er erzählt, dass die Restaurateure für die Finanzierung „Subventionen“ erhalten haben, „aber es ist vor allen Dingen privaten Gebern und anonymen Spendern zu verdanken, dass ein großer Teil des Projekts läuft.“ Gerade wird geschätzt, dass das Projekt 2019 fertiggestellt sein wird. Es könnte auch später werden. 

Dieser Artikel ist Teil einer Bratislava gewidmeten Spezialreihe. “EUtioia: Time to vote” ist ein Projekt, das von cafébabel in Partnerschaft mit der Hippocrène-Stiftung, der Europäischen Kommission, dem französischen Außenministerium und der Evens-Stiftung durchgeführt wurde.