Agent X

Artikel veröffentlicht am 1. August 2007
Artikel veröffentlicht am 1. August 2007
Ein Buchstabe für alle Fälle.

Pan X (Herr X) und Pani Y (Frau Y) aus Polen wollten eine Reise tun. Es zog sie nach Amsterdam, die Stadt mit den drei X im Wappen. Am Tage X trug er, ganz Kavalier, den XXL-Koffer. Gut gelandet wollte das Paar die Zeit nicht mit etwas X-Beliebigem vertun. Kino kam also nicht in Frage, weder X-Men noch ein Film X, wie sie in Frankreich heißen. PorNO!, da waren sich beide einig.

Ob unbekannt-geheimnisvoll oder austauschbar: stets ist das X ist zur Stelle und dient als Variable oder Platzhalter. Auf drei Wegen ist es in die Schriftsprache gelangt: Als Buchstabe, Abbild und Zahlzeichen.

Aus dem griechischen Alphabet wurde der Buchstabe (Chi) übernommen und ist besonders schnell und leicht zu schreiben. Durch ein X auf dem Handrücken schlossen Barmänner Minderjährige vom Alkoholausschank aus – schon hatte der Straight Edge Punk sein Symbol. Und immer noch dürfen Analphabeten Schriftstücke so unterzeichnen: XXX.

Auch als Symbol wird das X verwendet. Es steht für Christus (Xmas) und in profanen Bereichen für alle Arten von Kreuzungen, egal ob Wanderweg, Genetik oder Araberzucht.

Das römische Zahlzeichen X für '10' wurde als doppelte 5 (römisch V, gerundet U) gesehen, bei der das untere V auf dem Kopf steht. Ein schludrig geschriebenes V, schon stand man mit 10 statt 5 in der Kreide und hat ein X für ein U vorgemacht bekommen.

Zur Aussprache muss sich das X sowieso einen Vokal borgen, auf Englisch belebt man daher das Schriftbild x-treme (extrem) und freut sich wenigstens auf diese Art noch am X-boyfriend (Ex-Freund).

Und Pan X und Pani Y? Per Postkarte schickten sie XXX aus XXX (viele Küsse aus Amsterdam) und hinterließen im Hotelzimmer ein Trinkgeld mit Gruß: THX!