Abrüstung: Auch Frauensache?

Artikel veröffentlicht am 30. Juli 2016
Artikel veröffentlicht am 30. Juli 2016

15 000 Nuklearwaffen gibt es heute weltweit. Hast du das gewusst? Falls nicht, bist du wohl nicht allein, denn das Thema Abrüstung ist bisher ein Randthema. Dies soll sich bald ändern. Vor dem Hintergrund fand am 5. und 6. Juli in Wien das „Women Higher Education for Peace Vienna Forum” statt.

Vom Büro für Abrüstung der Vereinten Nationen (United Nations Office for Disarmament Affairs, kurz: UNODA) organisiert, wurden in sieben Plenumsdiskussionen über zwei Tage verteilt, unter unterschiedlichen Überschriften vor allem die Themen Abrüstung und Geschlechtergleichheit besprochen.

Der Tenor war einhellig: Die Beteiligung von Frauen in diesem Bereich ist wichtig und vorteilhaft. Es bestehe zum Thema Abrüstung grundsätzlich ein „knowledge gap“. Diese Lücke zu schließen war das erklärte Ziel  der Veranstaltung. Dieser geht übrigens eine Resolution des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen (UNSCR 1325) voraus, die die Beteiligung von Frauen in Entscheidungsprozessen im internationalen Friedens- und Sicherheitsbühne als wesentlich (critical) bezeichnet. Um die Teilnahme von Frauen aus dem globalen Süden zu ermöglichen, wurden Stipendien vergeben und aus über hundert Bewerbungen 30 besonders qualifizierte Engagierte ausgewählt, die teilweise auch als PodiumsdiskuskutantInnen fungierten. 

Auffällig war, dass sowohl das Publikum als auch die Organisationsvertreter auf dem Podium, überwiegend (aber nicht ausschließlich) weiblich war. Konkret wurde es meines Erachtens beim Forum jedoch selten. Weder wurde Detailwissen präsentiert, noch scheinen die entsprechenden Organisationen bisher Schritte in Bezug auf Frauenbeteiligung zu unternehmen. So gibt es zum Beispiel bei der CTBTO-Vorbereitungskommission (steht für: Comprehensive Nuclear-Test-Ban Treaty Organisation, deutsch: Vertrag über das umfassende Verbot von Nuklearversuchen) keine Quote für die Einstellung von Frauen.

Doch können Quoten überhaupt eine Lösung sein? Nadja Schmidt, Direktorin der NGO ICAN Austria (übrigens steht ICAN für: International Campaign to Abolish Nuclear Weapons, zu deutsch: Kampagne für Abschaffung von Nuklearwaffen), brachte die zentrale Herausforderung auf den Punkt: „In meiner Position wäre es naheliegend über die Politik von Nuklearwaffen zu diskutieren. Als Frau werde ich jedoch meist zu Podiumsdiskussionen über Bildung zum Thema Abrüstung eingeladen.“ Sie illustrierte damit wie Geschlechtervorurteile unterschwellig in den Köpfen weiter verankert sind. Die philippinische Botschafterin Maria Collinson appellierte vor allem dazu, den Frauen ökonomische Macht einzuräumen: Und alles weitere "würde folgen".

Für Interessierte: Mehr Infos zum Forum und zum Thema Abrüstung gibt es auf der Website https://www.dnpeducation.org/.