10 Jahre Euro: Bleibt Großbritannien dem Pfund treu?

Artikel veröffentlicht am 6. Januar 2009
Artikel veröffentlicht am 6. Januar 2009
Am 1. Dezember sagte der Präsident der EU-Kommission, José Manuel Barroso, im französischen Radio, dass die britischen Entscheidungsträger dem Beitritt zur Eurozone näher gekommen seien - wird Großbritannien tatsächlich über seinen Schatten springen?

Zum ersten Mal seit Einführung der europäischen Währung im Jahr 2002 muss Großbritannien damit leben, dass die europäischen Nachbarn an der Bonität und Sicherheit des guten alten Pfund Sterling zweifeln.

Schon die Abwertung von 27 Prozent gegenüber dem Euro innerhalb des vergangenen Jahres war schwer zu verdauen - nicht nur für die britischen Entscheidungsträger, sondern auch für Otto Normalverbraucher, die ihr hart verdientes Geld an der Costa Blanca oder der Algarve ausgeben wollten. Und wer einen BMW, Volkswagen oder Renault kaufen möchte, muss mehr als nur einen etwas schlechteren Wechselkurs hinnehmen: Die Wagen kosten 27 % mehr.

Geliebtes Pfund

Eine derart entwertete Währung hat aber auch Vorteile: Exportgeschäfte sind sehr viel billiger geworden und während Europäer auf Grund des schwachen Dollars bis vor kurzem noch New York vorzogen, ist nun London das beliebteste Reiseziel für einen Shoppingtrip im neuen Jahr. Außerdem sollte auch die emotionale Bindung an das Pfund nicht außer Acht gelassen werden.

Dennoch stellt sich die Frage, was passiert, wenn das geliebte Pfund zum ersten Mal unter den Euro fällt. Diese symbolische Schwelle könnte zu einem schnellen Umschwung der öffentlichen Meinung führen; auch Westminster könnte dann realisieren, dass die Einführung des Euro nicht mehr nur eine Option, sondern eine Notwendigkeit ist. Die Regierung kann sich nicht länger auf ihre „Don‘t mention the Euro“-Taktik verlassen.