Wer in den letzten Tagen durch die Pariser Straßen spaziert ist, wurde nicht gerade von Weihnachtsdekoration, bunten Lichtern und einem die Luft erfüllenden Zuckerduft begleitet. Doch dann biegt man hinter der alten Oper nach links ab und am Boulevard Haussmann, dem Shopping-Mekka der französischen Hauptstadt, klingelt, singt und glitzert es in den Schaufenstern. Sind Pariser Weihnachtsmuffel? Sollten die sonst so humorlosen Teutonen zu Weihnachten die romantischeren sein?

Das ist schon gut möglich. Es scheint, als sei das letzte Fest im Jahre in der französischen Hauptstadt auf den Handel beschränkt. Die Deutschen hingegen halten fest an ihren Traditionen: Zu Weihnachten gehören nun einmal Adventskränze, Stollenbacken und das Bummeln über den Weihnachtsmarkt.

“Paris, die romantischste Stadt der Welt? Sie ist vor allem Handel, Tourismus, Armut und Sorgen, in eine alte Vorstellung von Amour & Montmartre eingehüllt”, sagt eine junge Pariserin. Man brauche sich doch nur umzusehen. Niemandem ist beim Anblick von Obdachlosen im Schlafsack, grimmigen Gesichtern jeden Morgen in der Metrolinie 13 und bei einem Gemisch aus Schnee und Regen zum Fröhlichsein zu Mute.

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