Der Frühling ist da - und das nicht nur in Spanien, wo man zu sagen pflegt, dass diese Jahreszeit das Blut zum Kochen bringt.
Frühlingsgefühle
Illustration: Henning Studte/ http://www.studte-cartoon.de/
HINTERGRUNDBERICHT
Übersetzung: Katharina Kloss
25/03/09
Tags : Übersetzung, Henning Studte, Sprachen.
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Auch wenn der Frühling offiziell am 21. März beginnt warnen die Polen davor, dass man im März immer noch „tief im Topf steckt“ (w marcu jak w garncu). Die Italiener sind da ebenso pessimistisch eingestellt und geben ganz Europa den Tipp, sich schnellstens mit einem Regenschirm auszurüsten: marzo pazzerello, esce il sole e prendi l’ombrello (In etwa: Verrückter März - die Sonne kommt raus und trotzdem braucht man den Regenschirm).
Die Spanier warten noch zum April, wo es dann aber ebenfalls „tausend“ Duschen von oben gibt - en abril, agua es mil (Im April - tausend Regen)! Frühlingsgefühle werden in Polen auch sehr blumig umschrieben, denn hier ist der April ein ‘Flechter’, der Winter und Sommer verflechtet (Kwiecień plecień, poprzeplata, trochę zimy, trochę lata). Der Deutsche möchte sich für diesen Monat gar nicht erst festlegen, denn April, April - der macht was er will.
Der französische Wetterfrosch lässt im April “keinen einzigen Faden” seiner Winterkluft fallen, ehe er im Wonnemonat Mai, im merry month of may oder im polnisch-paradiesischen Mai (W maju jak w raju) “macht, was ihm gefällt” (en avril, ne te découvre pas d’un fil. En mai, fais ce qu’il te plaît).
Im sommerlichen Spanien dauern die kühlen Frühlingstage laut Sprechweise noch etwas länger an; hier wird sprichwörtlich erst am 40. Mai der Mantel abgestreift (hasta el 40 de mayo no te quites el sayo). Das Wetter ist und bleibt zu guter Letzt allerdings etwas, auf das wir keinen Einfluss nehmen können. Deshalb sollten wir es uns bei den Spaniern abschauen und wortwörtlich „unseren August walten lassen“ (hacer su agosto) und jeden Tag so verbringen, als wäre es ein warmer Sommertag.
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