Etwas in den falschen Hals bekommen oder einen über den Durst getrunken? Europas sprachliche Umarmungen der Keramikschüssel.
Reihern auf Europäisch
Illustration: Henning Studte/ http://www.studte-cartoon.de/
HINTERGRUNDBERICHT
Übersetzung: katharina kloss
28/01/09
Tags : Übersetzung, Henning Studte, Sprachen.
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In manchen, wenn auch nicht unbedingt angenehmen Bereichen ist Europas Kreativität sprachlich keine Grenze gesetzt. Wenn der Magen einfach nicht mehr mitspielen möchte, kommt es auf dem alten Kontinent besonders auf die Feinfühligkeit dem Nachbar gegenüber an, dann wird sich ein Deutscher schlicht und einfach übergeben , ähnlich wie der Nachbar aus Frankreich, der „etwas zurückgibt“ (rendre ), das er kurz vorher in wahrscheinlich zu großen Mengen verschlungen hat.
Unsere polnischen Freunde geben sich in diesem äußerst intimen Moment folkloristischen Traditionen hin und widmen sich insbesondere der „Stickerei“ (haftować). Wahrscheinlich haben sich der deutsche und polnische Landadel dann wiederum eingeredet, dass die Franzosen selbst beim hässlichsten Menschsein immer noch eleganter rüberkommen als andere Völker und den Ausdruck vomir kopiert (vomieren; womitować). Wie auch immer, der Ursprung der Vokabel liegt bei den alten Römern (Latein: vomire), die es bis nach England (vomit ) und natürlich ins heutige Italien (vomitare ) geschafft hat. Die Römer waren schließlich für lange und andauernde Festivitäten berühmt und für die innovative Verwendung von Federn…
Apropos Federn: In Deutschland assoziiert man den Würgevorgang auch mit dem Reiher. Nach dem etymologischen Wörterbuch von Herrn Kluge soll das „Reihern“ von den dünnflüssigen Hinterlassenschaften des Schreitvogels abstammen. In Polen wird guten Willens der „Pfau befreit“ (uwalniać pawia).
Aber neben Federn müssen auch Blumen manchmal für unschöne Dinge herhalten: Im Französischen sagt man auch gern gerber , wenn sich der Nachbar übergibt - eine „gerbe“ bedeutet in etwa soviel wie eine „Blumengarbe“.
Und wenn das alles nichts hilft, dann kann man im Deutschen auch einfach Ulf oder Jörg rufen!
Auf der Webseite unseres Cartoonisten Henning Studte stöbern: www.studte-cartoon.de.
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