Leonard Orban, frisch gebackener EU-Kommissar für Mehrsprachigkeit, hatte letztes Jahr mit großem Trara das Jahr der Mehrsprachigkeit und des interkulturellen Dialogs 2008 angekündigt. Er schob zahlreiche Projekte an, die europäische Unstimmigkeiten auf sprachlichem Niveau überbrücken sollten (passenden Artikel auf cafebabel.com lesen). Doch trotz seiner Hyperaktivität im vergangenen Jahr, sind die Resultate bisher mager.

Orban-Flop

Leonard Orban - der amtierende EU-Kommissar für MehrsprachigkeitLeonard Orban - der amtierende EU-Kommissar für Mehrsprachigkeit | ©Europäische KommissionOrban hatte beispielsweise versprochen, 2008 ein Erasmus-Programm für Angestellte privater Unternehmen auf die Beine stellen zu wollen. Bisher hat jedoch noch kein einziger Mitarbeiter einer europäischen Firma an einem solchen Austausch teilgenommen. Auch die Kinos wollte der Kommissar für Mehrsprachigkeit revolutionieren: zum Beispiel mit mehr Filmen in Originalversion, auch in großen, kommerzielleren Sälen. Bisher kann jedoch niemand den Beweis dafür liefern, dass in europäischen Kinos tatsächlich ‘Mehrsprachigkeit’ herrscht. Zu guter Letzt wollte Orban in die Wege leiten, dass auch Doktoranden zu europaweiten Austauschprogrammen ermuntert werden. Mit dem stockenden Bologna-Prozess scheinen diese Ideen jedoch erst einmal auf Eis zu liegen.

Orban-Top

An guten Ideen fehlt es dem Kommissar für Mehrsprachigkeit jedoch nicht. Vom 1. September bis 20. Oktober beispielsweise können sich Schüler der Europäischen Union für den zweiten internationalen Wettbewerb für junge Übersetzer ‘Juvenes Translatores 2008’ einschreiben, der im letzten Jahr erfolgreich angelaufen ist. Gemeinsam mit der UEFA (Vereinigung Europäischer Fußballverbände) und der Organisation Football against Racism in Europe (FARE) hat er zudem den Anstoß zu einem Fernsehspot zur Förderung und Toleranz von Sprachen gegeben. Der Slogan lautet: “Different languages, one goal” (Verschiedene Sprachen, ein Ziel).

“Different languages, one goal”