‘Expresso’ des Vorsitzenden des französischen Vereins Die Stimme der R(r)oma (La voix des Rroms), Saimir Mile, der erklärt, warum die europäischen Medien eher von “Rroma” mit Doppel-r sprechen sollten. Ein linguistischer Zankapfel.
Expresso: Roma oder Rroma?
Romakind während einer Demonstration für mehr Romarechte, Mailand 2008/ ©taxiguerrilla/flickr
Kommentar
Übersetzung: Katharina Kloss
16/09/08
Tags : roma, Roma, Sprachen, Meinungsbericht.
- Deutsch
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Saimir Mile - Vereinsvorsitzender ‘La Voix des Rroms’In allen Sprachen gibt es Lehnwörter. Das Wort “Rroma” ist eins davon, sowohl im Französischen (“roms”), als auch im Englischen (“roma”) und vielen anderen Sprachen (im Deutschen: “Roma”). Es stammt aus dem ‘rromani’, das heißt aus der Sprache des Romavolkes. In Rromani schreibt sich der Name des Volkes mit Doppel-r und unterscheidet sich somit von der Schreibweise mit nur einem r, die ebenfalls existiert. In der Phonologie spricht man in diesem Fall von einer ‘Opposition’. “Rani” wird zum beispiel mit “Dame” übersetzt, während “rrani” “Zweig” heißt. Seit den Anfängen der R(r)oma-Literatur in der ehemaligen Sowjetunion der 1920er Jahre wurde dieser Laut mit einem doppelten r niedergeschrieben. Diese Schreibweise wurde in das Rromani-Alphabet übernommen, das 1990 von der IRU (Internationalen Roma Union) öffentlich anerkannt wurde.
Nun taucht dieses Wort seit einiger Zeit sehr häufig im Französischen und vielen anderen europäischen Sprachen auf. Früher, doch auch heute noch sehr häufig, spricht man von ‘Zigeunern’, oder historisch auch ‘Bohémiens’. Da diese Worte aber häufig zu heftigen Diskussionen führen, sollte man zunehmend beginnen von ‘Rroma’ zu sprechen, ein Wort, das in jüngster Zeit aus dem Rromani entlehnt wurde. Auf diese Weise würde man - wie auch für viele andere neuere Lehnwörter aus anderen Sprachen der Fall - die Schreibweise aus der Ursprungssprache verwenden. Anschließend kann man je nach Sprache deklinieren: ein Rroma, zwei Rroma etc…
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