Ein Herz für Tiere
Illustration: Henning Studte
Der Höhepunkt des amerikanischen Wahlkampfes war eher ein Tiefpunkt: Die liberalen Demokraten schickten den devoten Republikanern per Retourkutsche ihre Sexualmoral zurück. In Washington redete man plötzlich über bestiality.
Zuhause vor dem Fernseher in Frankreich wunderte ich mich. Warum redeten die Amerikaner jetzt über bestialité? Weil es im Wahlkampf bestialisch zugeht? Weil die Politik in Washington einem Dschungel gleicht?
Weit gefehlt. Eine irische Freundin, die mit mir die Nachrichten schaute, klärte mich auf. Mit bestiality bezeichnen die Amerikaner den Geschlechtsverkehr zwischen Tier und Mensch. Bei uns in Frankreich heißt das harmloser zoophilie. Was wiederum meine irische Freundin wunderte: “Und wie sagt ihr Franzosen dann zu Leuten, die gerne in den Zoo gehen?”
Gute Frage.
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