Sturm im Wasserglas
Illustration: Henning Studte
An einem heißen Sommertag wird Wasser zu einem elementaren Bedürfnis. Wenn einem die drückende Hitze zu viel wird, fängt man an, vom Meer zu träumen : Man sieht sich an einem exotischen Inselstrand im Schatten sitzen, mit einem kalten Cocktail in der Hand. Ein Platz, an dem man «wie ein Fisch im Wasser leben kann », wie die Ungarn zu sagen pflegen .
Je länger man sich jedoch nach Wasser und einsamen Inseln sehnt, desto unangehmer ist es, wenn der polnische Arbeitskollege einem dann einen Eimer Wasser über den Kopf gießt (Wyleje ci kube zimnej wody na gow) und man unvermittelt aus seinen Träumen gerissen wird. Wenn man dann wieder an die Arbeit muss, schwitzt man sicher Blut und Wasser.
Wie sagen doch die Katalanen so schön : « caure com una gerra d’aigua freda » : Schlechte Nachrichten sind wie kaltes Wasser. Aber bleiben wir positiv. Nach einer solchen Enttäuschung empfehlen Bulgaren ein kaltes Glas Wasser: « ». Man sollte auch nicht vergessen, dass alle diese Probleme relativ unbedeutend sind – glaubt man den Italienern. « no fare una tempesta in un bicchiere d’acqua ». Auch bei ihnen ist der Sturm im Wasserglas sprichwörtlich geworden.
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