Cafebabel.com schickt mit Orient Express Reporter 34 junge Journalisten und Fotografen „on the ground“, um den Balkan und die Türkei unter die Lupe zu nehmen. Herauskommen soll eine Serie von 8 Reportagen in 8 Städten, welche die Visionen und Hoffnungen der Jugend jenseits der europäischen Grenzen widerspiegelt.


Montenegro: Hinter der Korruption - die Jugend!

Montenegro: Hinter der Korruption - die Jugend!

Ein eventueller EU-Beitritt, ein Rücktritt des Premierministers, ständige Korruptionsvorwürfe und mafiöse Aktivitäten des selben Premiers, Milo Ðukanovic, der erste Schnee seit Ewigkeiten, Flüchtlinge aus dem Kosovo, die deshalb in heruntergekommenen Baracken frieren, freiwillige Roma, die diesen Leuten mit ihren Aktivitäten versuchen zu helfen, Politiken, die Journalisten dir Arbeit schier unmöglich machen, junge Journalisten, die sich fragen, warum sie sich für ihren zukünftigen Beruf entschieden haben in einem Land, das den 105. Platz auf dem Pressefreiheitsindex von Reporter ohne Grenzen einnimmt. All das, in Texten und Bildern, in unserem Dossier Orient Express Reporter aus Podgorica, Montenegro.

Burn after Belgrad: Tippen über Stereotypen

Burn after Belgrad: Tippen über Stereotypen

Nach Sarajevo und Podgorica war der dritte Stopp in unserer ‘Orient Express Reporter’ Reihe die Jungfernfahrt in die serbische Hauptstadt. Nahezu alle Reportagen handeln von Geschichte. Eine Deutsche findet mehr über einen verkannten Balkan-Nationalhelden heraus; ein Kanadier rollt die Beziehungen zum Kosovo vor dem Hintergrund eines eventuellen EU-Beitritts Serbiens 2011 erneut auf. Ein Italiener taucht in die rauen Klischees des Landes ab, während die irische Journalistin sich auf die Suche nach einem neuen Serbien-Branding begibt. Der französische Fotograf fängt einige Momentaufnahmen Belgrader Gelassenheit ein, weit von den Party-Billigflieger Bildern in unseren Köpfen entfernt. Unser paneuropäischer Quickie in der serbischen Hauptstadt soll einen kleinen Einblick in eine meistens missverstandene, zukünftige europäische Metropole geben. (Foto: (cc) Andrej_Filev/flickr)

3 Jahre Kosovo: Land in Sicht?

3 Jahre Kosovo: Land in Sicht?

Kosovo ist wie ein guter starker Kaffee: ein Schluck reicht aus, um alle 5 Sinne anzusprechen. In einem Bruchteil der Geschichte haben die Bewohner des Balkan-Landes Kommunismus gegen Apartheid, Krieg, kontrollierte Unabhängigkeit und einen Status getauscht, den weiterhin die ganze Welt diskutiert. Die politischen Eliten im Kosovo werden der Korruption und krimineller Machenschaften beschuldigt, während der jüngsten Bevölkerung in Europa mit der höchsten Arbeitslosenquote manchmal die Perspektive fehlt. Das ewige historisch gewachsene Misstrauen zwischen ethnischen Kosovo-Albanern und Serben im Kosovo wird vom Westen beobachtet. Ein explosiver Cocktail? Ein Balkan-Europa Journalistenteam hat sich auf den Weg nach Priština gemacht und vor Ort von jungen Künstlern, Studenten, über Filmemacher und Unternehmer bis hin zum Politiker alles ausgequetscht, was ihm in den modernen Bars der Stadt, der Entourage eines Premierministers oder den angespannten serbischen Gebieten in die Quere kam. Orient Express Reporter machte zum 3-jährigen Geburtstag des Landes Halt im Kosovo.

Bosnien 15 Jahre nach Dayton: eine Scheibe Sarajevo

Bosnien 15 Jahre nach Dayton: eine Scheibe Sarajevo

Bosnien-Herzegowina umgibt ein gewisses Mysterium. Cafebabel.com besucht die Balkan-Hauptstadt Sarajevo zu einer bedeutenden Zeit: Genau 15 Jahre ist der Krieg, der mit dem Dayton-Vertrag in Paris beendet wurde und das Land in zwei Entitäten, eine serbische und eine kroatisch-bosnische teilte, nun Vergangenheit. Und weiter in der Geschichte: Die europäische Union hat vor kurzem Visa-freies Reisen für Bosnier angekündigt. Es scheint Aufbruchsstimmung in dem Land mit seinen 4 590 000 Einwohnern. Und auch die Jugend blickt nach vorn: da wären verschleierte Regisseurinnen, Internetcafé-Besitzer oder zukunftsgewandte Studentinnen, die in Hostels jobben, Kunstzentren öffnen und in Euro bezahlt werden. Und doch ist es schwer, die Dynamik der Jugend von der jüngsten Vergangenheit zu trennen. Nach Podgorica und Belgrad legt Orient Express Reporter einen Stopp in Sarajevo ein. Nächster Halt: Zagreb!

Istanbul: Orient-Motor ohne Orientierung

Istanbul: Orient-Motor ohne Orientierung

Istanbul, Ende April: der Wind fegt über den Bosporus hinweg und Feste liegen in der Luft. Am 23. April marschieren die Nationalisten durch die Stadt, um den Jahrestag der ersten Nationalversammlung zu feiern, während die Kinder zu Ehren Atatürks tanzen. Kurz darauf ist nicht nur Ostern für Katholiken, Protestanten und Orthodoxe, sondern auch ein Tag (der 24. April), an dem sich die Armenier der Verbrechen von 1915 erinnern. Neben den Feierlichkeiten wird aber auch protestiert: Kurden kämpfen für ihre Rechte auf den Wählerlisten, Studenten verlangen Gleichbehandlung an den Universitäten. Aus Deutschland kehren die so genannten „Alemanci“ nach vielen Jahren zunehmend in die Heimat zurück. Hier in der Türkei hat der aktuelle Premierminister Tayyip Erdogan seinen Erfolg durchsetzen können und wird in wenigen Tagen, nach den Parlamentswahlen, voraussichtlich ein drittes Mandat antreten. Wirtschaftlicher Aufschwung, Entwicklung und Modernität sind allerdings nicht immer auf dem neuesten Stand: Um sich demokratisch und europäisch zu geben, muss die Türkei ihre Vielfalt akzeptieren.

Zagreb-Stolz und Balkan-Vorurteil

Zagreb-Stolz und Balkan-Vorurteil

Balkan-Klischees fallen in einer oberflächlich herausgeputzten Stadt wie Zagreb nicht direkt ins Auge. Nicht umsonst ist Kroatien EU-Beitrittsfavorit und hat in 30 von 35 Verhandlungsbereichen mittlerweile europäischen Standard erreicht. Doch während man am 23. Mai den Beitritt von No. 28 (voraussichtlich 1. Juli 2013) hinter verschlossenen Türen in Brüssel diskutiert, werden in Zagreb auch kritische Töne laut. Ok, die Damen der Schöpfung orientieren sich „am westlichen Modell“. Und auch in puncto LGBT-Rechte ist Zagreb dem serbischen Nachbarn eine Nasenlänge voraus. Doch kratzt man an der Fassade, bröckelt die trotz jüngster Kriegsvergangenheit und Nachbarschaftskonflikten zusammengeschusterte Balkan-Idylle von Zagreb. Seit Februar bereits ruft nicht nur die Jugend des Landes aufgrund von Korruptionsskandalen und desolater Wirtschaftslage zum Protest in die Straßen. Zu schnell waren die Umbrüche, zu kurz die Zeit zum Erwachsenwerden. Ein gemischtes Europa-Balkan-Doppel ging im Rahmen unserer Reportagereihe Orient Express Reporter für Euch im Zickzack durch Zagreb.

Tirana: Hinter dem Horizont geht’s weiter

Tirana: Hinter dem Horizont geht’s weiter

Wir schreiben das Jahr 2010: Eine Gruppe albanischer Beamter organisiert einen Hungerstreik, um auf die Probleme der Wahlen von 2009 aufmerksam zu machen. Januar 2011: Die Polizei schießt in die Protestversammlung vor dem Regierungssitz in Tirana und tötet drei Menschen. Auch dieses Jahr sind wieder Proteste an der Tagesordnung; die Demonstranten vermuten vielseitige Unregelmäßigkeiten bei der Auszählung der Stimmen der Kommunalwahlen. In Tirana dreht sich alles um Politik. Doch es gibt sie auch, die Albaner, die trotz politischer Enttäuschungen in ihrem Land nach vorne blicken. Architekten, Regisseure, Journalisten oder Studenten – eine neue Generation hat es sich zur Aufgabe gemacht, ihrer Stadt neues Leben einzuhauchen. Cafebabel.com hat im Rahmen seiner Reportagereihe Orient Express Reporter mit ihnen über Popkultur, Zivilcourage, Vergangenheit und Zukunft gesprochen.